Freitag, 8. Januar 2016

Orientierunslos und ein heißer Link


Beim heutigen Spaziergang mit Kea sah ich diese Tanne am Wegesrand. Welch passendes Bild für meinen derzeitigen Gemütszustand, dachte ich sofort. Kaputt, aufgebraucht, abgestellt ...
Nein, ganz so schlimm wie dieser Tanne geht es mir nun wirklich nicht. Ich befinde mich in keinem mentalen Loch ... zum Glück nicht. Aber zufrieden wäre auch zu hoch definiert. Ich komme nicht zur Ruhe. Kann mich nicht konzentrieren, bin antriebslos, orientierungslos und lebe stumpf meinen Alltag. Habe tausend Ideen und Gedanken und schaffe es nicht, auch nur einen einzelnen zu fokussieren. Ich möchte so vieles und irgendwie doch nicht. Suche Inspiration und bin übersättigt, stelle zu viele Fragen, finde keine Antworten ... Kann mir einer von euch folgen? Aaaah!!! 
Ich beginne Tätigkeiten, die ich dann unfertig liegen lasse. Es nervt mich und trotz allem bringe ich nicht die Motivation auf mein Verhalten zu ändern. 

Das Jahr 2016 und ich haben uns noch nicht anfreunden können. Dabei freue ich mich darauf. Wirklich! Vielleicht fehlt ja mir doch eine Liste, die mir ein wenig Orientierung gibt? Als ich gestern den letzten Post meiner Freundin Rebekka gelesen habe (hier zu lesen), kam in mir der Gedanke auf, dass ich vielleicht doch eine bräuchte. Eine Liste, die mir eventuell doch die Orientierung bietet, nach der ich suche. Doch dann habe ich wieder folgendes Problem: Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Grrr!

Und so schippere ich durch trübes Wasser ...

Vielleicht liegt der Grund auch darin, dass wir mit Kea gerade keinen richtigen Rhythmus haben. Es findet (mal) wieder eine Umbruchphase statt: Schläft sie mittags zu lange, geht sie abends zu spät ins Bett. Verbringt sie den Tag ohne Mittagsschlaf, ist sie nörgelig und schläft zu früh ein. Nur ein wenig Mittagsschlaf ist auch keine Lösung: Sie schläft am nächsten Morgen zu lange und braucht somit am nächsten Tag wieder keinen Mittagsschlaf oder sie hält ihn viel zu spät, wodurch sie abends wieder zu spät ins Bett geht. Klingt kompliziert? Ist es auch! Und anstrengend. Und frustrierend. Wir müssen nach neuen Lösungen suchen. 

Und da wären wir wieder: Suchen, neu zurechtfinden ... ich befinde mich momentan irgendwo, aber definitiv nicht dort, wo ich sein möchte - mental gesehen. 
Kauderwelsch! Ich hab das Gefühl, ich schreib gerade nur kauderwelsch! Jep!

Okay, etwas Nützliches muss her. Ich habe heute im Blog "sinnenrausch" - den ich euch an dieser Stelle weiterempfehlen möchte - eine Auswahl an Kalendern gefunden, die man selbst ausdrucken kann. Das kam mir sehr gelegen, da ich für dieses Jahr noch keinen gekauft hatte. Es sind richtig schöne Exemplare dabei. Es lohnt sich also reinzuschauen (hier).
Ich habe mich ebenfalls für den Kalender von Sara Woodrow entschieden, da mich ihre Bilder am meisten angesprochen haben. Den Kalender habe ich auf dickeres Papier gedruckt und zwischen einen Hosenbügel von Ikea geklemmt. Übrigens eine gute Idee, um Bilder oder ähnliches aufzuhängen und schneller wechseln zu können. 


Somit verabschiede ich mich und suche weiter, mache es mir gemütlich und genieße den Januar, so gut es geht. 

Elly
xxx


Montag, 4. Januar 2016

Vorsätze du Monsieur Kästner

Was erwartet man von einem Post zum Anfang des neuen Jahres? Eine Liste mit guten Vorsätzen. Eine Liste mit Zielen, die es in dem neuen Jahr umzusetzen gilt. 
Wenn auch du mit dieser Absicht mein Blog durchstöberst, muss ich dich leider enttäuschen. Ich kann eine solche Liste nicht vorweisen. Der Herr Kästner ist schuld. Tut mir leid. Es trug sich folgendes zu: Je mehr das Jahr sich dem Ende näherte, desto öfter fragte ich mich: Welche Vorsätze möchte ich fürs nächste Jahr? Brauche ich Vorsätze? Möchte ich eine Liste mit Zielen und Plänen? 
Zwischen all den Gedichten zur Weihnachtszeit stieß ich in einem Buch auf das Gedicht von Erich Kästner: 

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd. 
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen. 

Je üppiger die Pläne blühen, 
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich schrecklich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat.

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß, 
sich tausend Dinge vorzunehmen. 
Lasst das Programm und bessert euch drauflos. 

(Erich Kästner)

Das Gedicht ist grandios! Ich liebe es! Es ist schlichtweg die Antwort auf die ganzen Fragen nach Zielen und guten Vorsätzen! "Lasst das Programm und bessert euch drauflos." Jep, das ist meine Antwort auf das neue Jahr 2016! DAS ist die perfekte Antwort auf die Frage nach meinen persönlichen Vorsätzen! Ich lasse die Programme getrost beiseite und versuche jeden Tag bessere Entscheidungen zu treffen! Klingt doch nach einem guten Plan, oder? ;) 
Ich war (und bin) von dem Gedicht so begeistert, dass ich kurzzeitig versucht war, dieses auf die Weihnachtskarten zu schreiben - statt eines klassischen Weihnachtsgedichts. Wer weiß, vielleicht tue ich dies in diesem Jahr!

Für alle, die damit nun gar nicht zufrieden sind, habe ich noch etwas. Ich habe eine Liste. Eine kleine Liste mit Ideen, die ich gerne dieses Jahr erleben möchte.
  • Einen Sommertag mit Kostja und Kea auf dem Tempelhofer Feld verbringen.
  • Mit Rebekka im Britzer Garten so oft wie möglich picknicken.
  • Ein Tattoo stechen lassen.
  • Öfter mal ein Buch lesen.
  • Mit Kea und Kostja ins Naturkunde-Museum.
  • Picknick im Schlosspark Sanssoucci.
  • Mit Kea das Sealife besuchen.
  • Eine tolle 30. Geburtstagsparty erleben. 
  • Öfter Gäste einladen.
Diese Liste erhebt nicht den Anspruch abgearbeitet zu werden. Sie dient als Anregung, als Ideenpool. Mehr nicht. Ich möchte dieses Jahr mit meiner kleinen Familie so gut wie möglich genießen. Kea wird so schnell groß! Und sie ist gerade so mega goldig! Seht doch selbst. 





An dieser Stelle nochmals vielen Dank an meinen Bruder Christian für diese wundervollen Fotos. 

Ich wünsche euch einen richtig guten Start ins neue Jahr!!!
Genießt es!

Elly
xxx



Dienstag, 10. November 2015

Ein Wochenende in Bildern

So! Ich glaube, das Schlimmste haben wir hinter uns. Kea hustet weniger, ihre Laune ist spür- und hörbar besser und immer öfter hört man sie sagen: "Ham!" Ihr Aufruf an mich, ihr doch bitte etwas zu essen zu geben. Ha!!! Da springt mein Mama-Herz doch glatt Trampolin. "Natürlich! Gerne, mein Kind!"
Nur die Nächte ... ja, die lieben Nächte. Da ist die Qualität noch sehr gut steigerbar. Mein Körper schreit geradezu nach einer langen Nacht ohne Unterbrechung. Jeder Tag ist nur mit einer Ibu durchzuhalten, da meine Kopfschmerzen immer unerträglicher werden. Aber auch das wird wieder. Ich bin zuversichtlich.

Heute gibt ein paar Bilder von unserem wunderschönen, sonnigen Wochenende.

Am Sonntag sind wir in unser kleines Paradies um die Ecke (dem Britzer Garten) geflohen; weg von all dem Chaos zu Hause, das so eine Krankheitsphase nun mal mit sich bringt. Die Sonne kitzelte unsere Nase, die Eichhörnchen sammelten eifrig Nüsse und die Libellen tanzten über dem Wasser. Wir fühlten uns wie im Frühling. Der Winter war ganz weit außer Sichtweise.







Gekrönt wurde mein Sonntag von einer Konzertlesung mit Samuel Harfst und Samuel Koch, die ich mit meiner Freundin Steffi zusammen besucht und vor allem genossen habe:

Es war berührend, nachdenklich, bewegend, stimmungsvoll, aber vor allem lustig! Die beiden haben einen so trockenen und guten Humor - genial! Richtig gut!
Ich kann euch nur ans Herz legen, ebenfalls eine Konzertlesung von Samuel & Samuel zu besuchen. Es wird euch bereichern. Und sie haben versprochen, dass sie solche Abende so lange fortführen werden, bis keiner mehr kommt. Na dann ...


                      

Euch eine schöne Woche,

Elly
xxx

Freitag, 6. November 2015

"SOS" oder doch "Alles ist so wunderbar"???


"Ein kleiner Erfolg an einem beschissenen Tag", so betitelte mein Mann eben diesen gelungenen Lampion. Er hat es auf den Punkt gebracht. Der gelungene Lampion ist bisher der Höhepunkt meines Tages. Endlich etwas, was funktioniert.
"Was ist los im Hause Sulzbach?", fragt ihr euch vielleicht. Schlicht und einfach: Unsere Tochter ist krank. Seit einer Woche.
Es gibt ja Kinder, die krank sind, und es gibt Kinder, die KRANK sind. Unsere Tochter ist KRANK. Sie heult, sie weint, sie nölt, sie zickt rum und lässt sich vollkommen hängen. Das Schlimmste ist jedoch, dass sie nicht essen mag. Und das treibt mich an den Rande des Wahnsinns.
Kea war noch nie eine gute Esserin. Selbst als sie gestillt wurde, hat sie nie leer getrunken. Es gab bis jetzt nur wenige Phasen, in denen sie mühelos gegessen hat.
Doch wenn sie krank ist, dann geht gar nichts mehr rein. Egal, was ich ihr auch anbiete. Ich koche die verschiedensten Gerichte, ich koche ihr Lieblingsessen, ich lenke sie beim Essen ab, ich habe ihr sogar schon Schokolade und Eis angeboten. Ein paar Bissen gehen runter und dann heißt es wieder: "NEIN!" Wenn ich noch einmal dieses "Nein" höre, dann ...
Die Folge ist, dass sie wieder abgenommen hat. Mit ihrem einen Jahr und sieben Monaten wiegt sie ca. acht Kilogramm - eindeutig zu wenig! Viel zu wenig. Tja, was soll ich machen. Ich bin am Ende meiner Weisheit. Welche Option mir bleibt? Geschlagen geben, weiterhin alles anbieten und auf bessere Zeiten hoffen.
Gestern habe ich ihr verschiedene Leckereien auf ihrem Puppengeschirr angerichtet. Sie war begeistert - für ein paar Baby-Bisse. Dann hieß es wieder  ... - genau: NEIN! AAAAAHHHHH!



Ich bin gereizt, genervt, übermüdet, selbst ein wenig erkältet (als Mama würde ich mir auch nicht mehr erlauben!!!) und gefühlt kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Mein Mann und ich finden momentan nicht den richtigen Umgangston, da jeder nur noch hilflos ist und an Schlafmangel leidet. Kurz gesagt: Es herrscht Krieg im Hause Sulzbach.

Und dann kommt dieser zweiseitige süße, voll Optimismus triefende Brief von der Nichte meines Mannes ins Haus geflattert. 


Sie schreibt über ihren Alltag, berichtet von ihrer Schwester und dann kommt dieser Satz: "ihr habt echt Glück in Berlin zu wohnen, denn ihr müsst wissen das Berlin sehr sehr hüpsch ist." 
Besonders schmunzeln muss ich allerdings hierbei: "Alles ist so wunderbar ... " Diese Aussage stimmt mich nachdenklich, lässt mich meine (beschissene) Situation reflektieren: Ist wirklich alles so schlimm? Bin ich noch dankbar dafür, dass ich hier in Berlin leben darf? Ist mein Leben nicht doch wunderbar?

Gut, das Prädikat "wunderbar" verdient mein heutiger Tag nicht; dazu kann ich mich nicht durchringen. Doch so beschissen ist er vielleicht auch nicht. Ich habe das große Vorrecht, gleich nach dem Mittagsschlaf von Kea zu meinen Eltern ausfliegen zu dürfen. Die sind im Übrigen auch erkältet. Sie haben sich von Kea anstecken lassen. So werden wir gemeinsam versuchen, aus dem Tag das Beste herauszuholen und Kea zum Essen zu ermutigen. 

Und wer weiß, vielleicht sage ich am Ende dieses Tages nicht doch: Alles ist wunderbar ...

Liebe Grüße, 

Elly
xxx

P.S.: Nähere Details zu meinem selbstgemachten Lampion gibt es im nächsten Post. Ihr dürft gespannt sein!!!

Samstag, 31. Oktober 2015

Lesestoff und das Pippi-Prinzip


Berlin, Samstag, 11 Uhr: eine Kanne frisch gebrühter Kaffee ausschließlich für MICH (!!!), zum Frühstück eine Ibu 600 und eine kleine Prinzessin, die schon (wieder) am Schlafen ist. Mein Morgenmuffel ist mit diesem Morgen ganz und gar nicht einverstanden. Er grummelt und grummelt und möchte einfach keine Ruhe geben. Genau wie meine Tochter, die heute morgen beschlossen hat, dass ihr Tag einfach mal um 5:30 Uhr beginnt. Hallo? Dazu muss erwähnt werden, dass sie gestern nur eine halbe Stunde Mittagsschlaf hatte und ganz normal um 20 Uhr im Bett war. Mein Morgenmuffel versucht schon den ganzen Vormittag diese Fakten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen - vergebens. Folge: Kopfschmerzen und die Einnahme einer Schmerztablette. ARGH! Normalerweise hätte Kea 12 Stunden durchschlafen müssen. Aber warum sich auch der Norm anpassen? Normen - völlig überbewertet. Ganz nach dem Pippi-Prinzip: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt. Genau! Und deswegen gibt es heute für mich Kaffee. Nonstop. Basta!
So, das musste ich los werden.

Und wie schaffe ich jetzt den Übergang? Gut, lassen wir den eben auch weg. (Schlagzeile des Tages: Fehlender Übergang und fehlender Schlaf gründen eine Selbsthilfegruppe! Sorry, die Schmerztablette ist schuld.)

Durch das Blog meiner lieben Freundin Rebekka (hier zu finden) bin ich auf das Buch "Willkommen an meinem Tisch." von Veronika Smoor gestoßen.



Der Untertitel fasst gut zusammen, worum es ihr in diesem Buch geht: "Eine Liebeserklärung an gutes Essen, Gastfreundschaft und gemeinsame Mahlzeiten". Diese drei Themen greift Veronika in den zwanzig kurzen Kapiteln ihres Buches immer wieder auf, in denen sie über Alltagsprobleme, Missstände dieser Gesellschaft, Reisen und andere persönliche Erfahrungen schreibt.


Passend gibt es zu jedem Kapitel ein Rezept, das leicht umzusetzen ist. Von Muffins, Gulasch, Prosecco bis hin zu internationalen Speisen ist alles dabei.


Was mich besonders an Veronika fasziniert: Sie schreibt authentisch, ungeschönt und mit einem ganz persönlichen Stil voller Leichtigkeit und Humor. Als säße man mit ihr gemeinsam am Tisch, um zu schnacken. Sie schafft es kontroverse Themen wie Ess- und Kaufverhalten und Welthunger auf eine leichte und persönliche Weise dem Leser nahezubringen.


Unterbrochen werden die Kapitel von wunderschönen Bildern mit Bibelversen, die zum Nachdenken anregen.


Dieses Buch lädt ein zum Lachen, Innehalten, Überdenken von Verhaltensroutinen und natürlich zum Kochen, Backen und Verwöhnen. Es eignet sich hervorragend zum Schmökern, aber auch zum Verschenken. Gerade in Hinblick auf Weihnachten ein heißer Tipp.
Ich habe das Buch geradezu verschlungen. Nur bei der Umsetzung der Rezepte hapert es noch.
Was noch zu erwähnen wäre: Veronika ist die Verfasserin des großartigen Blogs "Die Smoorbaers. Wie (über)lebe ich Familie?". Unbedingt reinschauen. Mindestens genauso großartig wie ihr Buch.
Nähere Informationen rund um das Buch und ein Interview mit Veronika findet ihr hier.

Vom vielen Schreiben und Nachdenken über Essen, habe ich Hunger bekommen. Heute gibt es Keas Lieblingsessen: Pfannkuchen (bzw. hier im Osten Eierkuchen) mit Apfelschnitzen und Zimt & Zucker. Einfach und schnell und super köstlich. Ihr hättet mal das Strahlen in ihren Augen sehen sollen.


Ein schönes Wochenende, Ladies, mit ganz viel Schlaf und Erholung!!!

Elly
xxx




Mittwoch, 28. Oktober 2015

Zwischenräume und Früchtekuchen


Wir erinnern uns nicht an Tage,
wir erinnern uns an Augenblicke. 
Cesare Pavese (1908-1950)

Die goldene Oktobersonne streichelt mein Gesicht. Aus der Ferne vernehme ich den Schrei der Wildgänse, dir in ihrer einzigartigen Formation in südliche Gefilde aufbrechen. In meinen Händen eine Schüssel Suppe, die meine Hände und meinen Körper von innen wärmt. Ich befinde mich dick eingekuschelt in Schal und Jacke auf unserem Balkon und genießen ehrfürchtig diesen Augenblick - ein perfekter Augenblick. MEIN Augenblick.
In meinem Rücken die Wohnung mit Keas verstreuten Spielzeugen und Büchern, den Wäschebergen im Badezimmer, durch die ich mich heute noch kämpfen muss und dem Staub, der fröhlich einen Walzer aufs Parkett legt. Doch mein Blick, all meine Sinne sind zur Sonne und dem Naturschauspiel gerichtet, das direkt vor unserem Balkon sich gekonnt in Szene setzt: Baumwipfel, die gefühlt jeden Tag die Farbe ihres Laubs ändern und das Gold des Herbstes zelebrieren. Atemberaubend.

Es IST ein perfekter Augenblick und meine kleine Auszeit. Auszeit von meiner Tochter, die friedlich schlummernd in ihre Feenländer reist, Auszeit von dem Alltag, Auszeit von dem Haushalt und jeglicher Verpflichtung, Auszeit von Handy, PC, Telefon etc.
In diesem Augenblick muss ich an das Gedicht von Bianka Bleier denken, das ich an unseren Kühlschrank gepinnt habe mit dem Titel "Zwischenräume".

Zwischenräume

Manchmal erscheint mir
mein Alltag wie eine Wüste, 
die ich jeden Tag aufs Neue
durchqueren muss.
Wenn ich versuche, das in 
möglichst kurzer Zeit zu tun,
bleibe ich erschöpft und 
ausgetrocknet auf der Strecke.
Wenn ich aber die Oasen
in der Wüste nutze, 
um aufzutanken,
gelange ich erfrischt ans Ziel.

Ich brauche Alltagsoasen,
um die Routine zu unterbrechen,
aufzutanken und mit meiner 
Kraft haushalten zu können.
Ich brauche Frei-Räume
und Frei-Zeiten,
frei von Arbeit
und Verpflichtung,
die meine Seele nähren,
meinen Geist wecken 
und mir die Lust 
am Leben bewahren.

Gönnen wir uns die kleinen
Auszeiten des Lebens!
Träumen, verweilen, genießen.

Bianka Bleier

Wie Recht sie hat! Ohne diese kleinen Oasen funktioniere ich nicht, bin ich nicht ich selbst, bin ich eine schlechte Mutter, Ehefrau, Weggefährtin. 
Meine kleinen Oasen sehen jeden Tag anders aus:
  • völliges Versinken in ein gutes Buch
  • Lesen und Durchstöbern von Blogs
  • Lesen von Zeitschriften (vorzugsweise der Flow)
  • persönliche Zeit mit Gott
  • Telefonat mit einer Freundin
  • Schreiben eines neuen Posts
  • Treffen mit einer lieben Person oder Freundin
  • eine Folge Gilmore-Girls (oder auch zwei oder drei)
  • kreatives Austoben jeglicher Art
Meine Zwischenräume kommen stets in Begleitung einer guten Tasse Kaffee. Gerne auch ein paar mehr, je nach Dauer meiner Auszeit. Auch das variiert. An diesem Tag war es dieser kurze Augenblick. 

Den Höhepunkt erreicht meine Auszeit allerdings mit einem Stück meines geliebten Früchtekuchens. Und hier kommt das versprochene Rezept. 



Früchtekuchen (á la Dr. Oetker)

125 g Haselnusskerne halbieren
125 g getrocknete Feigen in Würfel schneiden
3 Eier auf höchster Stufe in 1 Minute schaumig 
schlagen
125 g Zucker mit 
1 Pck.Vanillin-Zucker mischen, in 1 Minute einstreuen, dann noch etwa 2 Minuten 
schlagen
1|2 Fläschchen Rum-Aroma 
1 Msp. gemahlenen Zimt kurz unterrühren
125 g Weizenmehl mit
50 g Speisestärke
1 gestr. TL Backpulver mischen, sieben, alle Zutaten mit
60 g abgezogenen, gehackten Mandeln
250 g Rosinen
125 g gewürfeltem Zitronat (Sukkade) auf niedrigster Stufe und die Eiercreme rühren

Den Teig in eine gefettete, mit Backpapier ausgelegte Kastenform (30 x 11 cm) füllen

Ober-/Unterhitze: 180-200 °C (vorgeheizt)
Heißluft: 160- 180 °C (nicht vorgeheizt)
Gas: etwa Stufe 3 (nicht vorgeheizt)
 Backzeit: 70-90 Minuten


Das Rezept ist simpel, es erfordert lediglich ein wenig Zeit für das Schneiden einiger Zutaten. Zimt oder einzelne Zutaten können nach Belieben auch weggelassen werden. Funktioniert ganz gut. 

(Heißer Tipp: Ideal schmeckt der Früchtekuchen am Morgen (für alle Morgenmuffel wie mir, denen Müsli-Zubereitung am frühen Morgen eine unüberwindbare Herausforderung darstellt) mit einer Tasse Milchkaffee. Besser kann mein Tag gar nicht starten.)

Wie sehen eure kleine Alltagsoasen aus? Lasst es mich wissen. 

Sonnige Herbstgrüße von mir und meiner Tochter!


        
Elly
xxx



Sonntag, 25. Oktober 2015

Ein Wochenende in Weimar

Dieser Eintrag ist so überfällig wie das Säubern meiner Küche. Aber eins nach dem anderen.

Letztes Wochenende hatten wir eine Konferenz aller Vineyards aus dem Osten Deutschlands. Ort des Geschehens: Weimar. Weimar - viel gehört, nie gesehen. Bis besagtem letzten Wochenende. Wir haben die Gelegenheit genutzt und einen Besuch der "Herzogin Anna Amalia Bibliothek" vorgeschoben. Besonders faszinierend der Rokoko-Saal. Unbeschreiblich. Ehrfürchtig standen wir vor diesen jahrhundertealten Büchern und wagten kaum zu atmen.






Auf der Konferenz hatten wir Begegnungen mit wundervollen Leuten, die voll von Leidenschaft für Jesus sind. Es war inspirierend und bereichernd. Das Thema der Konferenz: "Jesusmäßig leben".
Wir kamen gestärkt aus Weimar nach Berlin - in unserem Gepäck wundervolle Eindrücke, die ich nun auspacke und nochmal genau betrachte. Eine kleine Auswahl an Gedanken, Fragen und Zitate, die mich persönlich angesprochen haben, möchte ich mit euch teilen:

  • "Um die Qualität deines Lebens zu verändern, musst du die Qualität deiner Gedanken verändern."  (Ein Zitat, das mich ganz besonders angesprochen hat.)
  • In Beziehungen investieren: in Ehe, in Gott, in mich selbst, in Menschen, die mir gut tun.
  • LOSLASSEN
    • Gibt es Bereiche in meinem Leben, die ich loslassen soll?
    • Akzeptanz meiner persönlichen Grenzen
    • Bin ich in meinen Stärken unterwegs? (Gott gebraucht meine Stärken!)
  • "Ohne Zweifel wäre Glaube Wissen. Zweifel sind das Futter des Glaubens!" 
  • "Durch Anbetung schaffen wir Bewusstsein für das Übernatürliche."
  • "In Gottes Gegenwart ist alles möglich, kann aber nichts erzwungen werden."




Das vergangene Wochenende beinhaltete alle Zutaten für ein gutes Wochenende: 

Phasen des Staunens und Entdeckens, ruhige und besinnliche Momente, laute und gelöste Zeiten, Musik und Anbetung, gute Gespräche und Zeiten nur für mich, wenn es Zeit für Keas Mittagsschlaf war. 






Weimar hat uns viel gegeben, aber auch Keas Rhythmus durcheinander gebracht. Gut, dass wir ihn eine Woche danach (sprich heute) wiedergefunden haben. Manchmal hat die Zeitumstellung auch einen positiven Effekt! :)

Einen schönen Sonntag euch, Ladies. 

Elly
xxx